Präkels könnte das Ordnungsmedium der Kommunikation, das Telefonbuch, heruntersingen und es in ein subversives Gesangsbuch verwandeln; die Band versteht sich wundersam auf die Frickelei zwischen Hanns Eisler und Ton Waits. (…) Mühsam hätte sie gemocht. Allein der Zärtlichkeit wegen.“
Platte des Monats, konkret 09/14

Sie passt sich nicht an: Die Berliner Band Der Singende Tresen bewegt sich seit mehr als einem Jahrzehnt fern jeglicher Popstrukturen. Auch auf ihrem neuen Album geben sich Sängerin Manja Präkels und ihre Mitspieler eher sperrig als Massenfreundlich, sowohl musikalisch als auch textlich. Sie spielen Post-Punk, Klezmer und Chanson auf ihre Weise und erzählen Randgeschichten, die nicht am Rand passieren, weil gesellschaftliche Unglücke auch zum Alltag gehören. Eigen. Mutig. Gut. Berliner Stadtmagazin Zitty 21/2012

“Ernste Musik” ist so tiefgründig wie kurzweilig, so spitzzüngig wie warmherzig – ein lyrisch wie musikalisch außerordentlich gutes deutschsprachiges Album, das in seiner Balance aus menschlich präsizen Beobachtungen und Stimmungsbildern einerseits und gesellschaftskritischen Tönen andererseits ein großes, weil anspruchsvolles und Auseinandersetzung forderndes Album ist. Manja Präkels trägt einen Hut, der so herrlich verbeult ist wie die Musik der Band. Ich leihe ihn mir hier kurz mal aus, setze ihn mir auf, um ihn umgehend wieder zu ziehen vor Manja, dem gesamten Singen Tresen und seinem außerordentlichen Album, in dem Poesie, Melodie, Melancholie, Ironie zur Symbiose dessen werden, was die Künstler selbst mit dem Gütesiegel “Gedankenmanufaktur Wort & Ton” versehen.
Ich fordere den Deutschen Kleinkunstpreis! Und den Deutschen Schallplattenpreis sowieso!...weiterlesen TOM / webrebelzine zoolamar  05.10.12

Natürlich ist es politisch vollkommen unkorrekt, mit Manja Präkels und der Band Der Singende Tresen minutenlang „Gebt Mir Schnapps“ zu brüllen oder gar mit Genuss ihrem sehnsüchtigen Gesang zu frönen. Aber Erich Mühsam, von dem der Text stammt, war immer schon politisch unkorrekt, und in Zeiten, wo sich jeder Hansdampf ungestraft über „Mutti Merkel“ lustig machen kann und nur noch Religionskritik punktet, bleibt als vorletztes Mittel der Kritik wohl nur noch der Angriff auf die Volksgesundheit! Da stöhnt die Krankenkasse und das gesunde Volksempfinden empört sich! Die arme Leber! Alkohol ist doch schädlich! Tödlich gar!
Gemach! Denn, erstens, führt blöderweise selbst das gesundest geführte Leben zum Tod und, zweitens, geht es um so etwas wie Kunst! Nicht um die des Trinkens, sondern um die des Gesangs! ...weiterlesen Harald Justin, Wien, Oktober 2012

„Trefflich eingefangen hat der Singende Tresen eine Berliner Stimmung, der man fernab der Szenelokale im Prenzlauerberg und der neuen Mitte nachspüren kann. Wo die unscheinbare Bar an der Ecke Künstler, Arbeits-lose, Alt-Sozialisten und ab und an einen verloren gegangenen Partygänger friedlich zusammenführt und zu später Stunde Lebensgeschichten ausgetauscht werden bis die Barfrau die Stühle hochstellt. Sperrstundenmusik spiegelt für mich ein (Ost-?)Berliner Lebensgefühl wider, das in den Hochglanzreiseführern - glücklicherweise - nicht erwähnt wird und am Hackeschen Markt nicht gefunden werden kann.“ 
Eva Maria Kiltz, Berlin 2006

"Es gibt sie also doch noch, die Bands, die unbeirrt ihr Ding durchziehen, die nicht ängstlich auf den Massengeschmack und den Tonträgerverkauf schielen. "Der Singende Tresen" nennt sich das Quintett aus Berlin. Und wer bei Herkunft und Namen der Gruppe gleich an Schunkelsongs à la "Kreuzberger Nächte" denkt, könnte falscher nicht liegen. Zwar sprühten die Texte nur so von Witz und Wortspielen, aber auf einem ungleich höheren Niveau. Hier blitzte die große Berliner Chanson-Tradition der Goldenen Zwanziger des vorigen Jahrhunderts auf, als hätten Tucholsky, Hollaender und Compagnie gerade ihre Auferstehung gefeiert. Die Themen finden die Tresenritter allerdings mehr im Hier und Jetzt, ohne jedoch den typischen Berliner Humor vermissen zu lassen. Verpackt wird diese anspruchsvolle Wortakrobatik in Anklänge an Blues und Folk, Postpunk und Hillbilly, Dixiejazz und Klezmer, die vom "Singenden Tresen" zu einem völlig eigenständigen und vor allem eigenwilligen Stil gemischt werden. Um Frontfrau, Texterin und Sängerin Manja Präkels haben sich vier kongeniale Musiker gefunden, natürlich an einem Berliner Tresen." Neue Presse Coburg 10/10


„Une jeune formation, Der singende Tresen (Le comptoir chantan), absolument épatante propose une forme de chanson empruntant bien sûr à la forme du cabaretmais tout à fait dans le genre de la chanson réaliste qui connaît un fort succès en France aujourd’hui.“ La scène (Frankreich) März 04

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