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    Unter dem Titel „Ernste Musik“ legt die Berliner Band DER SINGENDE TRESEN ihr viertes offizielles Album auf CD und Vinyl vor, mit 15 neuen, teils düster-poetischen, teils bizarr-klamaukigen Songs jenseits von Pop-Theorie und Singer/Songwriter-Besinnlichkeit. Damit beweisen die Stilakrobaten vom Singenden Tresen einmal mehr, dass sie außerhalb gängiger Klischees zum Besten gehören, was die deutschsprachige Musik zu bieten hat.

    Mit E-Gitarre, Klarinette, Bassklarinette, Akkordeon, Kontrabass, Perkussion, Vibraphon und verzerrter Ukulele entwirft die Band einen so abwechslungsreichen wie unverwechselbaren Sound irgendwo zwischen Tom Waits und Hanns Eisler, zwischen Post-Punk, Chanson réaliste und Cabaret Noir. ernstemusikDazu singt, röhrt oder weint Frontfrau Manja Präkels ihre gewohnt abgründigen Texte mit Wut, Poesie und schwarzem Humor. Alpträume digitaler Vermassung („Die Schönheit der Maschinen“) wechseln mit sarkastischen HartzIV-Hymnen („Rosi & Klaus“) und vogeligen Träumereien („Trostlied“), Bilder einer archaisch agierenden Gesellschaft („Keine Bange“, „Nie wieder nach Haus“) mit balladesken Alltagsbetrachtungen („Was steckt dahinter?“), Spottgesängen („Horde Blau“) und DADA-Humor („Keiner muss alleine sein“). Dazu gibt es lyrische Gastauftritte von Anarcho-Poet Erich Mühsam („Gebt mir Schnaps“) und dem portugiesischen Dichter Fernando Pessoa („Der Tod ist die Kurve“).

    Musikalisch kehrt DER SINGENDE TRESEN mit „Ernste Musik“ zur punkigen Grundhaltung früher Live-Mitschnitte („Hundsgemeines Leben“, EP 2003) zurück, ohne deshalb die Klezmer-Anklänge, Chanson-Melancholie und jazzigen Frickeleien der drei Vorgänger-Alben „Sperrstundenmusik“ (2005), „Clowns im Regen“ (2007) und „Kein Teil von Etwas“ (2009) über Bord zu werfen.

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