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    Als die Berliner Band DER SINGENDE TRESEN zum ersten Mal eine Bühne betrat, dämmerte es bereits. Erschöpft – sie hatten ein Fest zu Ehren des anarchistischen Dichters Erich Mühsam mitorganisiert – schmetterten sie ihre Lieder und hatten noch gar keinen Bandnamen, aber den ersten Auftritt hinter sich gebracht. Wenige Monate später verlieh ihnen ihr Berliner Kneipenpublikum den seltsamen Namen Der Singende Tresen.

    So wie dieser Name blieb auch die Verbundenheit mit dem Dichter und Revolutionär Erich Mühsam bestehen, dem die Band um Poetin und Sängerin Manja Präkels schon auf ihrem ersten Album „Sperrstundenmusik“ (2005) mit „Dies ist der Erde Nacht“ eine Vertonung widmete. Mühsams Tagebücher im Gepäck durchquerten sie fortan tourend das ganze Land, folgten anderen Geistern, veröffentlichten Bücher und weiterer CDs, gingen auseinander, fanden sich neu.

    Das vorletzte Studioalbum „Ernste Musik“ (2012) enthielt schließlich eine Vertonung der Mühsamschen Forderung „Gebt mir Schnaps!“, welche der Wiener Kritiker Harald Justin wie folgt kommentierte: „(…) erstens, führt blöderweise selbst das gesundest geführte Leben zum Tod und, zweitens, geht es um so etwas wie Kunst! Nicht um die des Trinkens, sondern um die des Gesangs! Man höre, wie unvergleichlich Manja Präkels singt! (… ) so, wie sie singt, könnte sie das Telefonbuch heruntersingen und damit gegen alle guten Sitten verstoßen!“

    Anläßlich des 80. Jahrestages der Ermordung Erich Mühsams widmete ihm die Band schließlich ein komplettes Album: Mühsamblues. Es folgten Klang- und Soundexperimente, die bereits im Hörstück “Kein Teil von Etwas” ihren Anfang genommen hatten, im Bühnen-Programm “Die Eingeborenen – Eine Zombierevue” eine Fortsetzung fanden und nun munter vor sich hinblühen.

    Besetzung:

    Manja Präkels Texte, Stimme, Ukulele, Analogsynth
    Thorsten Müller Klarinetten, Akkordeon, Orgel, Stimme
    Benjamin Hiesinger Kontrabaß
    Florian Segelke – Gitarren
    Benjamin Wellenbeck – Schlagwerk               

    Ehrengast: Markus Liske