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    Newsletter Mai/Juni

    Posted by on Mai 3, 2018

    Liebe Freunde von WORT & TON,

    heute beginnen wir mal nicht mit tagespolitischen Schlaglichtern, sondern mit einer Freudennachricht in eigener Sache: Manja Präkels erhält für „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ den Anna Seghers-Preis. Verliehen wird er zwar erst im November, aber feiern dürfen wir jetzt schon. In einer kurzen Atempause, bevor die Lesetour weiter geht, in Berlin, Cottbus, Eberswalde, Leipzig, Wurzen und Bremen. Also: Große Freude, Dankbarkeit und Konfetti!

    Nun zur allgemeinen Nachrichtenlage: Den einen (uns) hat der frühe Sommereinbruch einfach ein paar entspannte Tage geschenkt, den anderen (Kim Jong Un, Medien, Donald Trump, Jens Spahn, Jakob Augstein, Grüne) die ohnehin wuschigen Hirnis noch ein bisschen weiter verdreht. Der komische Koreaner, der so gern mit seinem Raketendödel prahlt, macht plötzlich auf Friedenstaube. Die Medien werten diesen Gesinnungswandel als Erfolg von Donald Trumps Twitter-Diplomatie („Mein Dödel ist noch größer!“). Dieser merkt davon aber nichts, weil er viel zu beschäftigt damit ist, Schuppen von Macrons Schulter zu pflücken. Parallel trifft sich der in einem unterirdischen Labor aus den exhumierten Schuppen und Hornhäuten konservativer Hinterbänkler der letzten 100 Jahre zusammengeklonte Gesundheits(sic!)minister Jens Spahn mit einer kritischen Hartz IV-Empfängerin. Dabei kommt er zur Erkenntnis, dass deren Kampagne letztlich ein Beleg dafür ist, „dass die Grundsicherung funktioniert und eine Teilnahme am sozialen und politischen Leben ohne existenzielle Not möglich ist.“

    Um solchen Zynismus noch zu überbieten, braucht es schon einen Jakob Augstein (selbes Labor, aber Schuppen und Hornhaut ausschließlich von Martin Walser). Der fragte sich anlässlich eines tätlichen Angriffs auf einen Kippaträger in Berlin: „War der Angreifer ein rassistischer Antisemit, der Juden hasst, weil sie Juden sind? Oder galt die Wut, die sich da Bahn brach, dem Nahostkonflikt, dem Schicksal der Palästinenser, der israelischen Besatzungspolitik?“ Ja, so was muss man doch mal fragen dürfen! Wer Flüchtlingsheime abfackelt, muss schließlich auch nicht gleich Rassist sein. Ist vielleicht nur Merkel-Kritiker …

    Wir lernen: Wenn Meinungen sich als Fragen tarnen, wird es erst so richtig eklig. Es sei denn, die Fragen werden von den Grünen gestellt. Dann wird nämlich gemenschelt, was das Zeug hält – nachzulesen in Markus Liskes Artikel „Irgendwas mit Menschen“, kürzlich in der Jungle World erschienen. Ein wahrer Menschenfreund war dagegen Erich Mühsam, der im April seinen 140. Geburtstag hatte. Den lassen wir traditionsgemäß gemeinsam mit DER SINGENDE TRESEN rund um seinen Todestag hochleben. Save the date: 13. Juli! Wer die Band vorher noch mal sehen möchte, der komme am 09. Juni zum Sommerfest des Brecht-Hauses.

    Und noch ein Lesetipp für’s Wochenende: Manja Präkels hat für die Frankfurter Rundschau über Frauen in der rechten Szene geschrieben. Der Beitrag erscheint am Freitag. Wir werden ihn im nächsten Newsletter verlinken. Jetzt aber ist es Zeit für die …

    TERMINE

    Do. 03. Mai, 20 Uhr
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Buchhandlung Montag
    Berlin-Prenzlauer Berg

    Do. 10. Mai, 20 Uhr
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Schreina47
    Berlin-Friedrichshain

    Do. 17. Mai, 20 Uhr
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Bücherei Sandow
    Cottbus

    Di. 22. Mai, 19:30 Uhr
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio
    Eberswalde

    Do. 31. Mai, 20 Uhr
    Lesungsdoppel „Was hat uns bloß so ruiniert? / Zwei wie Pech und Schwefel“
    Markus Liske & Manja Präkels lesen aus „Glücksschweine“ und „Schnapskirschen“

    Buchhandlung Drift
    Leipzig

    Fr. 01. Juni, 19:00 Uhr
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    NDK
    Wurzen

    Sa. 09. Juni, 15 Uhr
    DER SINGENDE TRESEN
    Sommerfest im Brecht-Haus
    Berlin

    Di. 12. Juni, 19:30 Uhr
    Bremer Verbrecherversammlung / „Zwei wie Pech und Schwefel“
    Markus Liske & Manja Präkels lesen aus „Glücksschweine“ und „Schnapskirschen“

    Schwankhalle
    Bremen

    Das war’s. Wir gehen jetzt erst mal wieder raus und genehmigen uns einen leckeren Aperitivo. Man muss die Sommertage und Literaturpreise schließlich feiern wie sie fallen.

    Eure tiefenentspannten Sonnenfreunde in der Gedankenmanufaktur WORT & TON