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    Newsletter November/Dezember

    Posted by on Nov 7, 2017

    Liebe Freunde von WORT & TON,

    im Zuge von Bundestagswahl und Buchmessen-Eklat haben sich inzwischen nahezu alle Kolumnisten und Kommentatoren des Landes die immer gleiche blöde Frage gestellt: „Mit Rechten reden – geht das?“ Hier mal ans Antwort an alle: Ja. Das geht nicht nur, jeder von uns tut es auch nahezu täglich. Die Rechten  werden nämlich zwischen den Wahlen nicht in den Prozentbalken der Statistiker eingeschlossen, so schön das auch wäre. Die je nach Bundesland 10 oder auch 20 Prozent bedeuten konkret, das jeder zehnte bzw. fünfte Mensch, dem wir so im täglichen Leben begegnen, dazu gehört: Der Busfahrer, bei dem wir unser Ticket kaufen, die Verkäuferin, mit der wir übers Wetter scherzen, die Ordnungshüter, mit denen wir über den Strafzettel diskutieren, die Zahnärztin, der Call-Center-Mitarbeiter und, und, und … Wir reden also nicht nur andauernd mit Rechten, manchmal lachen wir sogar mit ihnen, helfen ihnen über die Straße oder halten ihnen die Tür auf.

    Die eigentliche Frage muss lauten: „Mit Rechten über ihre politischen Ansichten reden – geht das?“ Die Antwort darauf lautet ebenso klar: Nein. Über Ressentiments kann man nicht diskutieren, weil in diesem Kontext jedes noch so gute Argument nur zu einem „Aber trotzdem!“ führt. Das Weltbild der Rechten ist ein irrationales. Logik, Zahlen, Daten und Fakten sind ihnen ebenso ebenso piepegal wie moralische oder philosophische Erwägungen. Und damit ist – logischerweise – jedem Argumentationsversuch die Basis entzogen.

    Aber was ist mit der Meinungsfreiheit der Rechten? Nun, so lange das, was sie so täglich vor sich hin meinen, nicht justiziabel wird, haben sie selbstverständlich ein Recht auf ihre Meinung – genau wie Esoterik-Vollpfosten, Gläubige aller Religionen, Ufologen und Yeti-Fans. Das heißt aber, liebe Journalistinnen, Fernsehmoderatoren und (Messe-)Veranstalter, im Rückschluss keineswegs, dass man ihnen auch noch ein Podium bieten muss. Wer es dennoch tut, darf sich nachher nicht wundern, dass sie dieses Podium dann auch nutzen. Die AfD-Hetzer etwa fanden sich bereits in jeder zweiten Talkshow, als ihre Partei noch in keinem einzigen Landtag saß – weil sie ja so schräg und so lustig waren. Heute sitzen sie im Bundestag – weil so was eben von so was kommt.

    Um das Thema „Mit Rechten reden?“ geht es am Rande auch in einem lesenswerten Interview, das Manja Präkels‘ kürzlich zwischen zwei Lesungen der Frankfurter Rundschau gab. Die Lesetour geht unterdessen unverdrossen weiter, mit Terminen bis weit ins nächste Jahr hinein. Und freudig können wir verkünden, dass ihr Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ inzwischen in die zweite Auflage ging. Yippie! Konfetti! Applaus!

    Wer sich aus bibliophilen Erwägungen noch ein Exemplar der ersten Auflage sichern möchte, sollte dringend zu einer der nächsten Lesungen kommen. Hier die …

    TERMINE

    06. November, 20:00
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Café Morgenrot
    Berlin-Prenzlauer Berg

    09. November, 20:00
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Buchladen Osterstraße
    Hamburg

    12. November, 15 Uhr

    Jungle World: „20 Jahre sind nicht genug“
    Film & Podiumsdikussion, Moderation: Markus Liske
    fsk Kino
    Berlin-Kreuzberg

    17. November, Zeit N.N.
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Literaturhaus („WG-Lesung“ – Karten nur über Vorbestellung!)
    Köln

    23. November, 20:00
    Markus Liske: „Atomtod und Rüschenhemd“
    Schankwirtschaft Laidak
    Berlin-Neukölln

    24. November, 19:00
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Treibhaus
    Döbeln

    02. Dezember, 20:00
    DER SINGENDE TRESEN: (Vor-)letzte Runde
    Freiland
    Potsdam

    06. Dezember, 20:00
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Buchhandlung Sputnik
    Potsdam

    07. Dezember, 20:00
    Manja Präkels: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Literaturforum im Brechthaus
    Berlin-Mitte

    08. Dezember, 19:00
    DER SINGENDE TRESEN: (Aller-)Letzte Runde
    Café Sibylle
    Berlin-Friedrichshain

    Wir sehen uns (hier oder da)!

    Eure fröhlichen Freimeiner in der Gedankenmanufaktur WORT & TON